Rückblick 2. Quartal 2024: Pendeln zwischen Pacing und kreativem Flow

Rückblick 2. Quartal 2024: Pendeln zwischen Pacing und kreativem Flow

Wenn ich mir jetzt gerade anschaue, was ich in den letzten drei Monaten alles gemacht habe, dann bin ich wirklich überrascht. So so viel! Wie hab ich das denn gemacht?

Ich habe es tatsächlich geschafft, immer wieder in kleinen und längeren Phasen hin und her zu pendeln zwischen meinem Pacing und meiner Arbeit, die dadurch zu einem kreativen Flow wurde. Ich pendelte auch zwischen Lernen und Lehren, zwischen „ich nehme, was gut ist für mich“ und „ich gebe, was ich geben kann“.

Ich bin wirklich sehr dankbar, dass ich mein LongCovid immer besser in den Griff bekomme und dass ich tatsächlich inzwischen Dinge planen und durchziehen kann. Und ja, ich mache immer wieder Abstriche und Pausen. Ich beende auch Dinge nicht, die ich mir vorgenommen habe. Das ist eine Freiheit, die ich mir jetzt nehme.

Pacing als Basis

Ich habe in diesem Quartal konsequent Pausen in meinen Kalender eingetragen. In meinem Kalender gibt es für mich an jedem Tag zwei Pausen für mich. Außerdem gibt es einen Tag pro Woche ohne Praxis und es gibt alle paar Wochen eine Woche Praxis frei. Diese Woche nutze ich für meine Online-Projekte oder um mich zu erholen. Ich brauche einfach das Wissen, dass es eine Woche gibt, in der ich keine Verpflichtungen habe.

Im Mai habe ich diese Office-Woche genutzt und bin für 4 Tage in die Uckermark gefahren. Ganz allein. Nur ich, mit Klamotten, Badesachen und Laptop. Entstanden sind ein paar Reels und Blogbeiträge. Zwischendurch ging ich baden und genoss die Zeit.

Es ist wirklich sehr interessant zu sehen, dass mir gerade diese vielen Pausen, die ich mir in diesem Quartal zugestanden habe, so viel Energie gegeben haben, um Kurse zu belegen, die mir guttun, und von denen ich etwas lerne und auch selber Kurse anzubieten, Artikel zu schreiben oder Podcast Folgen aufzunehmen.

Mein Blick aufs Quartal:

… ich nehme Kurse und lerne dazu!

Online

Ich habe an ein paar online Kursen von Kolleginnen teilgenommen, um zu sehen, wie so was eigentlich läuft. Ich war doch sehr erstaunt, wie unterschiedlich Menschen ihre Kurse aufbauen. Da habe ich einen ganz tollen Kurs erlebt, der richtig gut aufgebaut war und in dem ich viel gelernt habe. Ein anderer Kurs war sehr unstrukturiert und durcheinander. Die Kursleiterin hatte viel Ahnung von ihrem Technikthema, aber entweder keine Erfahrung im Unterrichten oder kein Fingerspitzengefühl für eine Gruppe bzw. für Menschen, die lernen wollen. Da hab ich gelernt, wie ich es nicht machen möchte!

Auch in dem großen Online-Marketing-Kurs, in dem ich mich seit September befinde, lerne ich zwar immer noch dazu, fühle mich dort aber nicht mehr wohl. Alle zwei Monate kommen nämlich viele viele neue Teilnehmer*innen dazu – wir sind inzwischen über 800, das macht keinen Spaß mehr.

Grundsätzlich finde ich die Idee der Gruppe super und überlege ebenfalls, eine Community aufzubauen. Auf keinen Fall sollte diese aber so groß und unübersichtlich werden.

Mein Fazit: ich lerne, was zu mir passt und steige aus, sobald mein Vertrag im September ausläuft. 

Und ich werde in Zukunft sehr vorsichtig sein mit Versprechungen, die in kostenlosen Webinare gegeben werden.

Ich gebe Kurse!

Die Teilnahme an o.g. Kursen hat mich richtig motiviert, selber einen Online-Kurs anzubieten. 

Ich habe 20 Jahre lang Frauengruppen unterrichtet. In meinen Bauchtanzkursen waren ausschließlich Frauen und in den Seminaren für Pädagog*innen waren es ebenfalls überwiegend Frauen. Nun habe ich meinen Zoomkurs „Stressfrei sein“ für erschöpfte Mütter angeboten und gleichzeitig einer Selbsthilfegruppe für LongCovid. Der Kurs begann mit 16 Anmeldungen und jede Woche kamen 1-2 Anmeldungen dazu! Das hat mich irre motiviert und mir richtig viel Aufschwung gegeben. Die Selbsthilfegruppe hat mich gebeten, einen Online-Kurs für sie zu erstellen und begleitend dazu Live-Seminare zu geben (natürlich ebenfalls online). WOW! 

Wie gut, dass ich im Sommer zwei Monate Praxisfrei habe. Ich freue mich total auf diese neue Herausforderung und Möglichkeit!

Chor – Singen tut so gut!

Als Kind habe ich für kurze Zeit im Hallenser Huttenchor gesungen. Gesungen kann man nicht sagen. Ich kannte zwar alle Lieder in all den Sprachen, in denen wir sie sangen. Ich sang sie auch auf meinem Weg hin und auf meinem Weg zurück. Im Chor selber öffnete ich nur den Mund und schloss ihn wieder. Kein Ton wollte aus meinem Mund weichen. Das war seltsam, denn die Chorleiterin kam extra in die Schulen, um Kinder für ihren damals sehr bekannten Chor zu casten. Ich weiß noch, wie ich im Sekretariat unserer Schule stand und ihr vorgesungen habe. Ich wurde aufgenommen. Als sie realisierte, dass ich auch nach Wochen in der Gruppe nicht sagen, durfte ich nicht mehr teilnehmen. Das Thema Chor hatte sich für mich erledigt.

Trotzdem habe ich weiterhin sehr gerne gesungen. Da ich einige Chormitglieder des hiesigen Chores kenne und immer mal wieder angesprochen wurde, ob ich nicht mitsingen wollen würde, ging ich jetzt endlich einmal hin. Immerhin trage ich diesen Gedanken schon seit Jahren mit mir herum!

Bei meiner ersten Teilnahme war ich komplett überfordert und konnte die ganze Nacht nicht schlafen, weil alle Gesichter, Gesprächsfetzen und Lieder noch in meinem Kopf Karussell gefahren sind. 

Anfangs kam es öfter vor, dass meine Uhr brummte und mir die Mitteilung machte: „abnormale Herzfrequenz“. Oho!

Mit Woche zu Woche wurde es einfacher. Inzwischen habe ich mich auch an die „Anstrengung“ gewöhnt. Beziehungsweise ist es nicht mehr so anstrengend. Die Gruppe ist mir nicht mehr so fremd, ebenso wenig die Lieder. Ich kann mich inzwischen der Musik hingeben und meine Uhr zeigt immer öfter einen entspannten Bereich. 

Die Erfahrung, dass ich mir doch etwas zumuten kann, tut mir gut. Dass ich nicht gesund bin, merke ich daran, dass ich vor dem Chor zwingend eine längere Pause brauche und während der Probe ebenfalls rausgehen muss. Doch das ist okay, jede/r in der Gruppe hat Verständnis. Ich bin so dankbar, Teil dieser wunderbaren Gemeinschaft zu sein!

Das Singen hat auch einen sehr positiven gesundheitlichen Effekt auf mich. Ich merke, dass ich mehr Luft habe und besser atme. Ich habe den Eindruck, dass ich dadurch Long COVID wieder ein Stück Lebensqualität mehr abgerungen habe.

Mein Tipp für dich: singe unbedingt! Wenn du ein Kind hast, dann nutze die Gelegenheit und sing! Wenn du keins hast: tu es trotzdem.

Selbsterkenntnis mit Pferd

Wieder einmal habe ich ein Seminar bei Katharina Haupt und ihren Pferden belegt. Diesmal ging es darum, mithilfe der Pferde sein Stresslevel zu erkennen und zu regulieren. Stressregulierung ist ja mein Thema, also war ich da komplett richtig. Zuallererst habe ich gemerkt, dass ich inzwischen viel sicherer bin im Umgang mit den Pferden. Ich hatte keinen inneren Stress und somit lief das Führen wie geschmiert. Ich wusste, wann ich losgehen wollte und das Pferd kam mit. Ich wusste, wann ich stehen bleiben wollte und das Pferd blieb mit mir stehen. Es war so einfach. Bei unserem kleinen Spaziergang habe ich gemerkt, wie sehr es mir hilft, bei mir zu sein. 

Wenn ich total bei mir bin, die Füße am Boden spüre, wahrnehme, wo ich bin, das Pferd neben mir spüre, ohne mich zu verlassen, dann folgt es mir.

Sobald ich gemerkt habe, dass irgendein Stress in mir auftauchte, wurde es schwierig und das Pferd übernahm die Führung. Dann atmete ich aus, blieb stehen und das Pferd blieb mit mir stehen. Ich sammelte mich und konzentrierte mich auf mich selbst. Sobald ich entschieden hatte, erneut loszugehen, atmete ich ein, nahm den ersten Schritt, und das Pferd kam mit.

Ich war im siebten Himmel! Ich kann führen! 

In einer anderen Übung waren wir zu zweit und sollten uns abwechseln mit der Führung. Als meine Partnerin führte, da konnte ich mich entspannen und einfach auf der anderen Seite nebenher laufen. Ich habe es als sehr entspannend wahrgenommen.

Kontakt in der Herde

Das war sonst noch los:

Kampf dem Efeu – Freiheit für das Beet

Ich liebe meinen Garten und ich liebe es, wenn ich durch meinen Garten laufen und dabei naschen kann. Ich schaue also regelmäßig nach Orten für neue Beeren und da es langsam eng wird, musste nun der Efeu weichen.
Hätte ich gewusst, was der Efeu anrichtet, hätte ich ihn bereits bei unserem Einzug entfernt. Erst jetzt, als er den Lavendel bereits fast komplett erdrückt hatte, habe ich meinen Sohn gebeten, das Teil aus dem Bett zu entfernen. Und siehe da: Den Lavendel hat es wiederbelebt und in die entstandene Lücke durfte eine Brombeere einziehen. Ich schaue schon, wo demnächst eine Heidelbeere einziehen könnte …

Meerschweinalarm

Als ich meine Zustimmung zu den fünf Meerschweinchen im Garten gegeben habe, da dachte ich noch, dass es reichen würde, wenn wir regelmäßig Essen reinwerfen. Nein. Natürlich nicht. Ich weiß schon, dass da mehr Verantwortung dran hängt. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass die Meerschweinchen heutzutage viel häufiger krank werden als früher (sind das die Züchtungen?). Ich kann mich nicht erinnern, mit meinem Meerschwein von 1982 bis 1987 jemals beim Tierarzt gewesen zu sein. Nun ja. Jetzt ist es also anders.

Bei uns zu Hause drehte sich sechs Wochen lang alles nur noch um die Meerschweinchen. Ein Schweinchen starb unerwartet an Altersschwäche und ein anderes wurde sehr krank und zum Pflegefall. Das bedeutete, dass es wochenlang die Nächte bei meiner Tochter im Zimmer verbringen musste und drei zusätzliche Mahlzeiten bekam. Meine Tochter hatte zeitweise also zwei Ställe zu reinigen und an zwei Orten zu füttern. Und was ein Familienmitglied belastet, das wirkt sich natürlich auch auf die ganze Familie aus. Wir waren alle heilfroh, als der kleine Kerl gesund war und wieder zu seinen Mädels zog…. 
… bis er eines Morgens tot vor seinem Häuschen lag. Er hatte es nicht geschafft. Zwei Todesfälle in 4 Wochen, das hat uns alle sehr mitgenommen.

Untermieterin in meiner Praxis

Ich habe eine Untermieterin für meine Praxis gefunden. Larissa ist eine sehr interessante Persönlichkeit. Sie war Bühnenbildnerin und hat Psychologie studiert. Sie bietet in meinen Räumen Psychoonkologische Beratung und Therapie für krebskranke Menschen an. Ich freue mich sehr über diese Bereicherung. Sobald sie eine Webseite hat, werde ich sie hier verlinken.

Neuausgabe Podcast

Ich bin wieder (noch ein Kurs!) im Kurs von Brigitte Hagedorn von Audiobeiträge.de gelandet. Durch ihre Unterstützung habe ich wieder Motivation für den Podcast gefunden. Es hat mir richtig Spaß gemacht, mehrere Folgen aufzuzeichnen, die jetzt im Laufe der Zeit erscheinen werden.

Das habe ich im 2. Quartal im Podcast veröffentlicht

Ist dein Nervensystem überreizt? Diese 5 Symptome warnen dich

Das habe ich im 2. Quartal gebloggt

Diese Artikel liegen mir ganz besonders am Herzen:

Meine neue Zeitrechnung – 1300 Tage Leben mit Corona

Ich habe lange überlegt, ob ich LongCovid überhaupt in meinen Blog und in meine Arbeit mit aufnehme. LongCovid gehört aber zu meinem Leben. Die Anfrage der Selbsthilfegruppe sowie die Artikel von Annette Penno haben mir den Anstoß gegeben, mehr über diesen Teil meines Lebens zu schreiben.

Wie du mit Rechtfertigungen deine Beziehung sabotierst (Teil 1) – Wie du aus der Rechtfertigungsschleife wieder aussteigst (Teil 2)

Ein Konflikt mit einer Freundin hat diese Miniserie von Blogartikeln ausgelöst. Sie hat einen Satz gesagt, der mich verletzt hat. Ich wusste, dass sie es nicht so gemeint hatte, wollte ihr aber trotzdem gerne sagen, was es bei mir ausgelöst hat. Ich formulierte so kurz und vorsichtig wie möglich und trotzdem ergossen sich über mich seitenweise Rechtfertigungen. Da ich selber ebenfalls sehr zu Rechtfertigungen neig(t)e, war es mir selbst ein Bedürfnis, darüber zu schreiben. Ich habe so oft die Erfahrung gemacht, dass ich mit meinen Rechtfertigungen Menschen in die Flucht schlage. Nun war es umgekehrt: ich fühlte mich so hilflos und wollte plötzlich auch nur noch weg. Und das ist doch schade!

P.S.: „Die Sache“ steht nicht mehr zwischen uns: Langjährige Freundschaften sind doch wunderbar!

Ausblick auf 3. Quartal 2024

Sommerpause Praxis und Urlaub!!!

Ich habe bald zwei Monate Praxis frei! Davon sind leider nicht alle meiner Klient*innen sehr begeistert, doch so ist es jetzt einfach.

Ihr Lieben, ich stehe euch mit Blog und Podcast weiter zur Verfügung!

In diesen zwei Monaten werde ich mit meiner Familie für zwei Wochen nach Dänemark fahren, wo ich mich mit Sicherheit sehr erholen werde. Ich freue mich auf Einsamkeit und Familienzeit. Außerdem werde ich meinen Online-Kurs für die LongCovid-Selbsthilfegruppe erstellen. Dafür brauche ich einfach Zeit, das kann ich nicht neben der Praxis erledigen.

Meinen Online-Kurs für LongCovidler vorbereiten

Es ist so megatoll, dass ich für die Selbsthilfegruppe einen Kurs erstellen darf! Ich bin total froh darüber, denn erstens ist es perfekt vom Timing (siehe Sommerpause) und zweitens hatte ich das ja eh schon vor. Eigentlich wollte ich diesen Kurs ja für gestresste Mütter anbieten. Durch die Anfrage der Selbsthilfegruppe hat sich meine Zielgruppe verschoben. Ich werde den Kurs jetzt also für Menschen mit Long COVID erstellen und ihn vielleicht später für Mütter anpassen.

Entspannt ins neue Schuljahr gehen.

Unser Sohn kommt in sein letztes Schuljahr und wird im Frühjahr Abitur machen. Das waren jetzt meine letzten Sommerferien! Wahnsinn! Unsere Tochter kommt in die achte Klasse. Diesmal sind die Veränderungen nicht so gravierend wie im letzten Schuljahr. Trotzdem hoffe ich sehr, dass es entspannt wird und bleibt. Im September haben dann auch beide Geburtstag und dann wird das dritte Quartal zu Ende sein und der Herbst hat Einzug gehalten.

Bis dahin möchte ich jetzt meinen Sommer genießen!

Gespannt, wie es weitergeht? Dann komm gern wieder! Abonniere meinen Newsletter, dann wirst Du über aktuelle Beiträge informiert.

Bis dahin,

Anke

2 Kommentare zu „Rückblick 2. Quartal 2024: Pendeln zwischen Pacing und kreativem Flow“

  1. Hallo Anke, ich finde es toll, wie du dir deine Pausen genehmigst und den Wechsel zwischen Pausen und aktiv sein gestaltest. Das war bestimmt nicht leicht einzurichten, aber es macht sicher allen Mut, die auch mit Erschöpfung und LongCovid zu tun haben. Schön dass du sie jetzt auch mit einem Kurs unterstützen kannst, das klingt total stimmig. Ich wünsche dir ganz viel Freude dabei und viele entspannte und begeisterte Teilnehmer!
    Und erstmal einen schönen und erholsamen Urlaub 🙂

  2. Liebe Katharina, vielen Dank für deinen Kommentar und deine lieben Wünsche!

    Ja, das ist mein Wunsch: Hoffnung zu machen und ein Beispiel zu geben, wie man trotzdem gut leben kann mit relativ wenig Einschränkung. Achtsamkeit und Pausen gehören unbedingt dazu. Und deine Pferde waren mir hilfreiche Partner, mich wahrzunehmen!

    Liebe Grüße, Anke

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