Hitze und ME/CFS sind eine besonders schwierige Kombination – hier habe ich die besten Tipps für dich!
Bei uns in Berlin ist die Hitze noch moderat. Wir nähern uns den 30 Grad. Zum Wochenende werden es fast 40 Grad. Die Hitze ist generell belastend, aber noch belastender für Menschen wie uns.
Ich habe heute Morgen um 8 Uhr bei noch angenehmen 20 Grad meinen Gartenspaziergang absolviert: Mit einer großen Kanne Wasser, um die Vögel, Igel, Eichhörnchen und Insekten mit Wasser zu versorgen (verstreut auf mehreren Ebenen stehen ca. 6 Wasserschalen).
Da habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Gleich nach dem Aufstehen habe ich mich bewegt und Sonne getankt – das hat meinen Cortisolspiegel natürlich angehoben und unterstützt meinen Tagesrhythmus.
Vor einem halben Leben habe ich drei Jahre in Ägypten verbracht. Die meiste Zeit war ich direkt am Roten Meer, wo die Hitze durch den Wind einigermaßen erträglich war. Aber auch dort musste ich mich von April bis Oktober (den Sommermonaten) schützen und Vorkehrungen treffen. Besonders schlimm war es, wenn ich mich in Städten wie Luxor oder Kairo aufhielt.
So schützt du dich vor der Hitze und ihren Folgen:
Trinken
Trinke gleich morgens ein großes Glas Wasser, am besten mit Elektrolyten. Die Firma Raab bietet Elektrolyte* ohne jegliche Zusatzstoffe an. In Ägypten hat mir das im Sommer jedes Mal einen Energiekick gegeben.
Versuche in den ersten Stunden des Tages schon ein bis zwei Liter zu trinken und insgesamt auf drei bis vier Liter zu kommen.
Kleidung
Wenn ich mich draußen aufhalten musste, habe ich mich an den Ägypterinnen orientiert und langärmelige, dünne Blusen übergezogen, da es damit in der Sonne angenehmer war als kurzärmelig zu sein. Auch lange Kleider oder weite, lange Hosen halfen, da dann die Beine im Schatten waren.
Kühlung unterwegs
Nutze die kühleren Morgenstunden für Aktivitäten außer Haus.
Ich hatte in Ägypten immer einen nassen Waschlappen in einer Plastiktüte dabei, mit dem ich mich zwischendurch vom Schweiß befreien konnte. Die Verdunstung der Feuchtigkeit kühlt den Körper.
Kühlung zu Hause
Am besten ist es natürlich, das Haus nicht zu verlassen.
Wenn du keine Außenjalousien hast, es ist zudem sinnvoll, Tücher von außen in die Fenster einzuklemmen – das hält die Wärme ab. Je dunkler der Stoff, desto besser.
Gestern in unserem Regenerationsraum (unsere wöchentliche Gruppensitzung für Nervensystem-Regulation) wurden Kühldecken empfohlen. Bei Rewe in Berlin soll es für €10 eine Kühldecke für Hunde geben. Man kann sie natürlich auch als Zweibeiner benutzen. Diese Links wurden mir noch zugesandt (Danke, S.!):
- Kühldecke
- Kühlsocken (!!)
Ehrlicherweise habe ich das noch nicht ausprobiert, da es bei mir zu Hause sehr kühl ist und ich sogar normale Söckchen anziehe, um keine kalten Füße zu bekommen 🤭. Aber ja – noch sind wir nicht bei 40 Grad Außentemperatur….
Schlaf
- Die Kälteflasche: Fülle doch einfach kaltes Wasser in eine Wärmflasche oder in eine normale Flasche. Diese kannst du auch in dein Bett legen und dein Bett kühlen. Bitte achte darauf, dass du dich nicht verkühlst. Wickel dann lieber die Flasche nochmal in ein Tuch.
- Zum Schlafen können dir feuchte Tücher helfen, zum Beispiel ein Wäscheständer mit feuchten, dünnen Bettlaken – dahinter vielleicht noch ein Ventilator. Sei beim Umgang mit Ventilatoren bitte vorsichtig, da sich die Muskulatur verkühlen und es zu Verspannungen führen kann.
- Oder sprüh (lass einsprühen) deine Gardinen mit Wasser ein.
Medikamente und Hitze:
Unbedingt mitteilen möchte ich dir, dass bestimmte Medikamente sich bei Hitze anders und auch teilweise schädigend auf den Körper auswirken können. Betroffen sind H1‑Antihistaminika der alten Generation, Beta‑Blocker, Antipsychotika, Benzodiazepine sowie Lithium, Nikotinpflaster u.a.
Ich weiß, dass sehr viele Betroffene Nikotinpflaster benutzen. Hier ist es möglich, dass bei Hitze das Nikotin stärker bzw. schneller freigesetzt wird. Außerdem kleben die Pflaster bei Hitze nicht so gut. Ich habe daher meine Pflaster vor ein paar Tagen ausgeschlichen.
Hier findest du eine Übersicht der Medikamente und ihre Auswirkungen bei Hitze. (Dies ersetzt keine medizinische Beratung – bitte halte ggf. Rücksprache mit deine*r Ärzt*in)
Schützen kannst du sensible Medikamente mit diesen Kühltaschen*, die ohne Kühlakku auskommen. Sie enthalten ein Gel, welches sich mit Wasser vollsaugt und durch die Verdunstung das Medikament kühl bei ca. 18° C hält.
Wenn du für deine Medikamente Kühlschranktemperatur brauchst, aber keinen Kühlschrank mit dir rumschleppen kannst, dann empfehle ich diese Tasche, welche deine Medikamente auf 5° Celsius abkühlt* und sogar eine Displayanzeige hat.
(Mit * gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links. Das heißt, ich bekomme beim Kauf über diesen Link eine kleine Provision, mit der ich meinen Blog und Newsletter finanziere. Für dich bleibt der Preis gleich.)
Hitzequickies für Körper und Nervensystem
Handgelenke kühlen. Kaltes Wasser über die Innenseite der Handgelenke laufen lassen – dort liegen Blutgefäße nah an der Oberfläche, das kühlt schnell den ganzen Körper.
Tauchreflex nutzen. Lass kaltes Wasser ins Waschbecken einlaufen und tauche dein Gesicht für ein paar Sekunden ein. Der sogenannte Tauchreflex bewirkt, dass das Herz sofort langsamer schlägt und das Nervensystem sich beruhigt.
Langsames Trinken statt Schlucken. Bewusst und in Ruhe trinken hält den Parasympathikus aktiv – Hektik beim Trinken tut das Gegenteil.
Nacken und Ohren kühlen. Ein kühles, feuchtes Tuch in den Nacken oder kurz an die Ohren halten aktiviert den Vagusnerv, der dort dicht unter der Haut verläuft.
Füße kühl halten. Barfuß auf kühlem Boden stehen oder kalte Fußbäder – wirkt über die Reflexzonen entspannend aufs ganze System.
Atemübung: Sitkari (aus dem Yoga)
Ich habe am 23.06.26 im Regenerationsraum (das ist mein monatliches Webinar über Zoom, bei dem ich Übungen zur Nervensystemregulierung anleite) die Sitkari‑Atemübung aus dem Yoga gezeigt, die die Körpertemperatur senken soll.
So geht’s:
- Zungenspitze längs einrollen oder leicht hinter die oberen Schneidezähne legen, Lippen leicht geöffnet.
- Durch den leicht geöffneten Mund 3-4 sec einatmen – du spürst einen kühlenden Luftzug auf der Zunge.
- Mund schließen, ruhig und etwas länger durch die Nase 6-8 sec ausatmen.
- 2-3 Atemzüge wiederholen.
- Pause machen, normal atmen, entspannen.
- Evtl. wiederholen.
Die verlängerte Ausatmung aktiviert den Parasympathikus über den Vagusnerv – das senkt Puls und gefühlte Hitze gleichzeitig. Perfekt für die nächste Mittagspause im Schatten.
Langfristig
Langfristig sollten wir bei der nächsten Bundestagswahl eine Partei wählen, die den Klimaschutz ganz groß schreibt. Denn gerade wir, die krank sind und eingeschränkt, leiden besonders unter der Hitze – so wie Kinder und Alte. Die jetzige Regierung interessiert sich überhaupt nicht für uns. Solange es wichtiger ist, die persönliche Freiheit zu haben, so schnell Auto zu fahren zu können, wie man möchte, werden wir unser Klimaproblem nicht lösen können.
Parteien wie AfD, CDU, CSU und leider auch die SPD verhindern nicht nur den Klimaschutz, sondern sorgen sogar dafür, dass die Überhitzung zunimmt. Zum Beispiel indem Bäume gefällt werden, um Platz zu machen für weitere Parkplätze oder breitere Straßen.
Denk an diesen Sommer, wenn du das nächste Mal wählen gehst 😉.
Nun wünsche ich dir sehr, dass du gut durch diese heißen Tage kommst.
Bis zum nächsten Mal und denk dran: Du bist nicht allein!
Deine

P.S.: Solche Atem- und Vagusnerv-Übungen wie die Sitkari-Atmung üben wir jeden Monat live im Regenerationsraum – unserer Gruppensitzung für Nervensystem-Regulation. Wenn du spürst, dass dein System gerade Unterstützung braucht, komm gern dazu.




